»Jedes Kind braucht einen Rahmen, in dem es individuell wirken kann.«

10.03.2012

Nachhilfe oder doch Lerntherapie - Was braucht mein Kind?

Viele Eltern rätseln und wissen nicht, was ihrem Kind gut tut, wie sie ihr Kind individuell fördern können oder in welchem Ausmaß sie dies überhaupt tun sollten. Es herrscht allgemeine Verwirrung. Die Folge: Immer weniger Zufriedenheit bei Eltern und ihren Kindern.

In den meisten Fällen werden Kinder, die in der Schule zunehmend Probleme mit dem Bewältigen des Lernstoffs haben, bei einem Nachhilfeinstitut oder einem privaten Lehrer/-in angemeldet. –Schließlich gibt es in diesem Bereich ein zunehmendes Angebot. In den meisten Fällen ist das auch sinnvoll, solange es darum geht Lernstoff nachzuholen, der aus irgendeinem Verständnisgrund nicht angewendet werden kann oder z.B. durch Krankheitsfälle verpasst wurde. Es geht bei der Nachhilfe also um das Beheben von vorübergehenden Verständnisschwierigkeiten. Hier wird das Symptom, also das Nichtanwenden können eines bestimmten Themenschwerpunktes, behandelt und nicht die Ursache.

Die Ursache beschäftigt sich mit dem WARUM? Warum kann mein Kind nicht einfach mal weniger Fehler machen beim Diktat? Oder die Plusaufgabe korrekt lösen? Warum fällt es ihm denn IMMER so schwer in Mathe/Deutsch? Warum kann es seine Schulsachen nicht alleine überblicken und strukturieren? Wenn sich Eltern eine dieser Fragen öfter stellen, kann eine Lerntherapie sinnvoll sein. – In der Lerntherapie wird auf der Ursachenebene gearbeitet und diese wirkt sich anschließend auf die Symptome aus. Eine Lerntherapie möchte eine feste Basissicherheit herstellen. Das Kind soll auch Selbstsicherheit und Selbstvertrauen in der Lerntherapie erlangen und diese dafür nutzen, sich im Schulstoff besser zurechtzufinden. Die meisten Lerntherapeuten beginnen mit einer Diagnostikphase, in der sie den aktuellen Stand des Kindes in Bezug auf Rechtschreibung (bei Lerntherapeuten für Dyslexie) oder das Rechnen (bei Therapeuten für Dyskalkulie) ermitteln und mit den Eltern besprechen.

In der ganzheitlichen Arbeit hat der Therapeut grundsätzlich das ganze Umfeld des Kindes im Auge und bezieht Eltern, Geschwister und gegebenenfalls auch Lehrer in die Therapiegestaltung mit ein. Darüber hinaus hilft ein Lerntherapeut auch bei Aufmerksamkeits- und Konzentrationsproblemen, die häufig Lernschwierigkeiten nach sich ziehen. In vielen Fällen hilft es Kindern schon zu lernen, wie man richtig lernt. Viele Lerntherapeuten bieten in diesem Schwerpunkt Hilfe an. Eine Lerntherapie nimmt sicherlich mehr Engagement in Anspruch, ist jedoch in vielen Fällen der Nachhilfe vorzuziehen. Dabei gilt vor allem: „Früh fördern, um dem Kind den Spaß am Lernen zu sichern!“. Im Fokus steht in der lerntherapeutischen Förderung, dass sich das Kind wohler und sicherer mit dem Bewältigen des Lernstoffes und den gestellten Anforderungen fühlt. Das wirkt sich häufig auch positiv auf die Schulnoten aus.

„Eltern sind in jedem Fall die Experten für ihr Kind!“ – Seien Sie also mutig und hören sie auf Ihr Bauchgefühl. In vielen Fällen wissen die Kinder ganz genau, was ihnen gut tut. Verschaffen sie ihrem Kind also Gehör und fragen sie es nach seinen Wünschen und Ansprüchen.

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