»Jedes Kind braucht einen Rahmen, in dem es individuell wirken kann.«

05.08.2013

Spitze Zähne sind nicht immer zum Beißen da!

Eines Morgens schlägt sie die Tageszeitung auf und dort steht es: „Anschlag auf das Kulturmuseum - neue Käseausstellung in Gefahr.“ Frida Frettchen ist schockiert und blinzelt weiter auf den Bericht. Sie blinzelt, weil sie gerade erst aufgestanden und noch gar nicht richtig wach ist. Sicher kennst du das auch, wenn du morgens aufstehst und du noch ganz verschlafen aus der Wäsche guckst, oder etwa nicht?! Frida Frettchen liest weiter: „Gestern ließ sich ein getarnter Krimineller, als Putzkraft verkleidet, in das Museum einschließen. Vermutlich schlich sich die Person in den Technikraum des Museums, um dort das Hauptstromkabel zu zerstören. „Es wurden zahlreiche Bissspuren gefunden“, erzählt Hauptkommissar Bernd Dachs dem Bremer Anzeiger. Es wird nach einem Mitbürger mit großen Nagerzähnen gefahndet und die örtliche Polizei bittet um die Mithilfe der Bevölkerung.“

Frida Frettchen blickt hoch, dreht sich langsam und schaut in den neuen Spiegel, der im Flur hängt. Langsam hebt sie ihre Oberlippe und sieht die breite Reihe weißer, kleiner, spitzer Zähne. „Mist!“, denkt sie als erstes, „Ich hab zwar schöne Zähne, und jedem fallen sie auf... nur ich hoffe, dass keinem auffällt, dass meine Zähne so aussehen, wie diese Zähne, die dieser Kommissar sucht!“ Plötzlich klingelt das Telefon. Frida nimmt den Hörer ab und dann schnattert die Stimme auch schon gleich wild drauf los: „Frida, wo warst du gestern wirklich?“ Es war Frida Frettchens Chef Tilo Ente aus dem Einkaufsladen, in dem sie arbeitet. „Ich dachte, du wärest krank und hättest im Bett gelegen und jetzt lese ich in der Zeitung, dass du die Ausstellungsöffnung im Museum sabotiert hast!?“ Frida hält die Luft an. Ihr blieb vor Schreck die Sprache weg. „Iiiiich? Wieso ich? Ich lag gestern im Bett mit Bauchschmerzen. Den ganzen Tag!“ Vom anderen Ende der Leitung ertönt nur noch ein Tuten. Tilo Ente hat einfach aufgelegt. Auch Frida Frettchen legt jetzt den Hörer auf die Gabel. Du musst wissen, dass sie ein altes Telefon besitzt, das noch eine Gabel hat.

Frida schlägt die Hände vor dem Gesicht zusammen und stöhnt laut auf: „Puhhh! Was mache ich jetzt nur?“ Sie atmet kurz tief durch und ruft Sven die Taube an. Die kam auch sofort angeflattert. Auf dem Rücken trägt sie in einem kleinen, roten Rucksack ihren berühmten Beruhigungstee, den sie für Notsituationen immer dabei hat. Frida Frettchen legt Sven die Schlagzeile der Zeitung hin und schlürft den Tee.

„Und du denkst, dass du verdächtigt wirst? Wegen deiner spitzen Zähne?“, fragt die Taube. „Mein Chef hat mich gerade angerufen und mich total angeschnattert und mir unterstellt, dass ich das gewesen wäre, weil ich doch gestern auch nicht bei der Arbeit war und die Fahndung auf mich zutreffen würde. Nur wegen meiner Zähne...“, weint Frida.

„Ich mag deine Zähne“, sagt Sven, „Hast du denn ein Alibi? War jemand hier, der da bestätigen kann, dass du im Bett warst?“ Frida schluchzt: „Nein. Ich wollte meine Mutter fragen, aber sie hatte keine Zeit gestern.“ Es klopft an der Tür. Sven und Frida gucken sich mit großen Augen an. Wer soll das sein? Frida schleicht zum Fenster. „Es ist der Kommissar aus der Zeitung! Was mach ich jetzt nur?“, sieht Frida verzweifelt zu ihrem Freund./p>

„Mach auf! Du hast nichts zu verbergen!, antwortet dieser. Frida öffnet mit zitternder Hand die Tür. „Frida Frettchen? Wir kommen von der Sondereinheit der Polizei. Wir befassen uns mit dem Anschlag auf die Museumseröffnung. Wir haben von Tilo Ente einen Hinweis bekommen. Zeigen sie uns bitte ihre Zähne!“, fordert Bernd Dachs auf. Frida öffnet mit bibbernder Oberlippe ihren Mund, sodass ihre Zähne hervor blitzen. „Polizeibeamter Frido, bitte nehmen sie Frida Frettchen mit zum Verhör auf das Präsidium!“, befiehlt der Kommissar. Frida fällt in eine Starre. Ihr Körper wird ganz taub und sie fühlt sich schrecklich. Sie wirft ihrem Freund Sven Taube einen kurzen Blick zu. Der versucht sie aufzumuntern: „Es wird alles gut Frida! Du wirst das schon sehen!“

Auf dem Präsidium wird Frida ein Zahnabdruck genommen, damit er mit dem Abdruck vom Tatort verglichen werden kann. Die Auswertung könne jedoch noch einige Tage dauern, erzählt Bernd Dachs. Frida Frettchen ist verzweifelt und legt, mit Tränen in den Augen, ihren Kopf auf den Tisch.

In diesem Moment wird mit großen Geschrei und Gezeter eine schwarz gekleidete Gestalt mit Handschellen, in die Polizeidienststelle geführt. Zwei Polizisten zerren ihn durch die Menschenmenge, vorbei am Warteraum, in die Vernehmungszelle. Frida lauscht der Situation im Nebenraum. „Sie haben das Kabel zerbissen! Sie waren es! Sie haben versucht ihre Spuren zu verwischen, aber wir sind ihnen auf die Schliche gekommen!“, schreit der Kommissar. Frida Frettchen wird hellhörig. Ist da ihre Entlastung, der Beweis für ihre Unschuld, der wahre Täter? – Ja, der wahre Täter wurde wohl, so wie es aussieht, im Untergrund der Kanalisation erfasst. Die Ratte Erwin wollte durch das Anknabbern der Leitung das elektronische Sicherheitssystem lahm legen, um in einem geheimen Moment in den Ausstellungsraum einzubrechen und dann seinen privaten Vorrat an Käse wieder aufzufüllen. Das hat nun leider nicht geklappt. Zumindest findet Erwin die Ratte, dass es schade war.

Frida lacht freudig und in diesem Moment bringt Kommissar Bernd Dachs Sven die Taube in den Warteraum. „Guck!“, sagt Sven zu seiner Freundin, „Alles wird gut! Ich habs dir doch gesagt!“

[zur Übersicht aller Blogeinträge]