»Jedes Kind braucht einen Rahmen, in dem es individuell wirken kann.«

08.09.2013

Die Kunst richtiger Entscheidungen

In meiner Arbeit bin ich immer wieder mit dem Thema „Entscheidungen treffen“ konfrontiert. Ein Ziel festzulegen und damit den Weg für eine Lernförderung zu ebnen, erfordert Entscheidungen, Gewichtungen und Fokussierungen. Dieser Prozess spiegelt sich überall wider. Und ich muss Ihnen nicht erzählen, dass sich das auch in meinem privaten Alltag fortführt. Sie kennen es bestimmt aus Ihrem eigenen Leben: “Soll ich mein Kind jetzt schon einschulen lassen oder lasse ich ihm noch ein Jahr im Kindergarten?“, „Kann meine Tochter die Mathearbeit wirklich nicht mitschreiben, weil sie über Bauchschmerzen klagt? Soll ich sie zu Hause lassen?“, „Welche Hilfe braucht mein Kind? Brauchen wir überhaupt Hilfe von außen?“ - Im Klartext: „Muss ich mich überhaupt entscheiden?“

Kürzlich las ich in einer Zeitschrift Folgendes: „Was das Entscheiden so schwer macht, ist das Festlegen auf eine Möglichkeit. Wir sind wie gelähmt von der Vielfalt unserer Möglichkeiten, die uns offen stehen.“ (Auszug aus happinez, Nummer 6-2013) Und ja, so fühle ich mich manchmal auch. Keiner von uns kann alle Konsequenzen von jeder Entscheidung abwägen UND es heißt auch nicht, dass nur, weil eine Entscheidung ein Mal getroffen wurde, diese nie geändert werden kann.

Öfters werde ich gefragt: Maren, was hältst du von dieser Schule? Oder soll Timo lieber auf diese Schule? - Was sagt denn dein Bauch? Im Kopf dreht sich nach so viel Entscheidungskampf alles nur hin und her: „Geht es ihm hier nicht besser? Aber auf diese Schule gehen doch auch seine Freunde, aber auf die die Nachbarskinder? Timo sagt ja, dass er zur Schule X will, aber kann er das überhaupt alles überblicken, wenn nicht mal ich das überblicken kann?“ - Ja, was sagt denn eigentlich dein Bauch? Der Artikel verrät: „Höre auf dein Gefühl. Das Gehirn ist ein emotionales Organ, dessen unbewusster Teil Informationen 300.000-mal schneller als unser Bewusstsein verarbeitet. Unser Gefühl ist letztlich also die Summe einer gigantischen, unbewussten Rechenleistung und die beste Richtschnur für große Entscheidungen.“ Gibt einem das nicht auch mehr Mut? - Mir schon.

Ich glaube das Problem, warum sich viele scheuen diese, ihre große Ressource zu nutzen ist, dass es so schwer vor anderen zu erklären ist und rationale Gründe für eine Entscheidung für viele Menschen ja immer noch maßgebend sind. Ich glaube die Frage, die wir uns stellen sollten ist: Habe ich den Mut, auf meine innere Stimme zu hören, und vertraue ich darauf, dass andere diese Grundlage verstehen - oder sehe ich mich weiterhin den zu rechtfertigenden Entscheidungen ausgesetzt. Ist es nicht schön: „Wir haben die Wahl!“

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