»Jedes Kind braucht einen Rahmen, in dem es individuell wirken kann.«

01.10.2012

Konzentration

In der letzten Zeit begegnete ich immer wieder Diskussionen über das Thema „Konzentration“. Lehrer diskutieren: “Wo ist der beste Sitzplatz für diese Kinder? Was kann ich nur machen, damit auch dieses Kind besser mitkommt im Schulstoff?“. Eltern diskutieren: „Die Lehrer in der Schule sagen mir ständig, mein Kleiner könne sich nicht konzentrieren. Ich verstehe das gar nicht, denn zu Hause ist er ganz anders!“ Und nicht zuletzt merken auch die betroffenen Kinder selbst, dass ihnen das konzentrierte Arbeiten schwerer fällt, als den anderen Kindern in der Klasse. Manche wissen sogar, woran es liegt, und nennen dann Gründe wie „Die Klasse ist so laut, da kann man nicht richtig arbeiten!“ oder auch „Ich freu mich schon so auf die Pause, dass ich mich gar nicht konzentrieren kann“. Vor allem bei älteren Kindern, die vereinzelt schon eine lange Schulzeit mit Lernproblemen hinter sich haben, kommt gar nicht mehr die Motivation auf, um Konzentration zu entwickeln. Wir dürfen alle nicht vergessen, dass Konzentration auch viel Energieaufwand bedeutet. Man setzt sich nicht einfach hin und sagt: „Ich bin jetzt konzentriert!“. Nein, Konzentration bedeutet harte Arbeit und langes Training, Fokussierung auf eine bestimmte Tätigkeit und andere Reize ausblenden, die ich überall in der Umwelt herumschwirren.

Ein Mensch, egal welchen Alters, wendet im konzentrierten Zustand schon mal unheimlich viel Energie auf, um alle Reize um ihn herum auszublenden, die ihn gerade nicht interessieren. Untrainierten Menschen fällt diese Selektion von Reizen und damit die Fokussierung schwer. Mit Hilfe von unterschiedlichen, kleinen Übungen, die jeder Mensch auch alleine durchführen kann, bietet das Brain Gym Hilfe in diesem Bereich - Ein Beispiel für so eine Übung, die die Konzentration fördert sehen Sie unten. Darüber hinaus ist es aber nicht nur das Training, was eine bessere Konzentration liefert. Auch die Psyche darf, meiner Meinung nach, nicht übersehen werden. Vor allem Motivation, Durchhaltevermögen und Selbstvertrauen spielen dabei eine große Rolle. Hat ein 7.-Klässler zum Beispiel schon eine lange Schulkarriere mit vielen Tiefen hinter sich, muss vor allem erstmal neue Motivation geschaffen werden. Wie dies passieren kann, ist individuell verschieden. Meiner Meinung nach sollte man gerade den älteren Schülern Gehör verschaffen und zusammen mit Eltern und Kind überlegt werden, wo wieder Spaßpotential im Umgang mit dem Thema „Lernen“ gefunden werden kann. Häufig stecken hinter dem Thema „Konzentration“ nämlich ganz unterschiedliche Gefühle, die eine Fokussierung verhindern. Ein genaueres Hinschauen lohnt sich also!

Brain Gym Übung zum Training der Konzentration - „Raumknöpfe“

Durchführung: Eine Hand liegt auf dem Steißbein. Bei der anderen Hand streckst du den Zeige- und Mittelfinger aus und hälst sie zusammen. Diese beiden Finger legst du mit den beiden Fingerspitzen auf den Punkt zwischen deiner Oberlippe und deiner Nasenspitze. Atme jetzt tief ein und schließe, wenn du möchtest die Augen. Entspanne dich und komme zur Ruhe. Halte diese Stellung ungefähr 30 Sekunden und wechsle danach nochmal die Seiten der Hände. Mit diesem Wechseln aktivierst du beide Gehirnhälften.

Wirkung: Das halten dieser Punkte bewirkt eine besser Konzentration und mehr Interesse am Thema. Die Motivation wird geweckt. Beim Lesen kann dadurch auch besser die Zeile gehalten werden. Führst du diese Übung regelmäßig durch, dann kannst du damit auch deine Organisationsfähigkeiten verbessern. Viel Spaß !

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